Hannah B. und die geheime Chemnitzer U-Bahn

Es klingt wie aus einem schlechten amerikanischen, immer wieder aufgewärmten, Märchen und fand doch vor der eigenen Haustür statt: die zehnjähriger Hannah B. Fiel auf dem Heimweg von der Schule zu den berühmten Kletterfelsen einem Eichhörnchen folgend in das plötzlich, zur Grabung des einer zweiten Bazillenröhre, ausgehobene Loch zwischen dem Hauptbahnhof und dem Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg.


Und damit ließ sich nicht mehr unter Verschluss halten, was doch bei genauer Beobachtung längst offensichtlich war: In Chemnitz gibt es eine geheime U-Bahn. Träumten wir doch schon immer von einer schnellen Verbindung zwischen Lokomov und Haamit ohne an der Zenti 4000 Rentnern zu begegnen, so ist dieser Traum wahr. Nur irgendwie anders.

Diese stammt aus den finsteren Zeiten des vergangenen Jahrhunderts und obwohl es bis dato keinerlei Beweise gibt, keine Baupläne, keine offiziellen Beschlüsse und keine Fotos, deuten doch es ein paar Indizien auf das versteckte Verkehrsnetz hin. Noch heute ist im CVAG Plan von einem „speziellen Transportsystem“ namens AliTa die Rede, das nicht näher erklärt wird. Auch auf Stadtratsanfragen hin wird bis heute verschwiegen, wo die Linie 2 im ÖPNV System dieser Stadt den fährt. Die geheime U-Bahn war nicht dauerhaft in Betrieb: Sie wurde zuvorderst für den Transport von Waffen zum Bahnhof und ferner für Notfälle und Krisen gebaut. Eine wichtige Rolle spielte sie während des Zweiten Weltkrieges: Die Schächte und Stationen dienten als größter Luftschutzbunker


Ein eingleisiges System sollte die wichtigsten Macht-und Industriezentren der Stadt verbinden und eben hohe Regierungsbeamte jederzeit schnellstmöglich und heimlich aus der Stadt evakuiert werden. Die menschenscheue BabaLu erwog daher schon zu Beginn ihrer ewigen Amtszeit den Ausbau des Systems bis nach Kleinolbersdorf-Altenhain.


Ein Grund, warum die Stadt Chemnitz sich so lange weigerte , die Bazillenröhre bis zum Sonnenberg fortzusetzen und eine zweite Parallelröhre anzulegen, ist die äußerst wahrscheinliche Kreuzung mit der U-Bahn. Diese selbst stammt eben aus einer Zeit, der gewisse und nicht besonders leise Chemnitzer jetzt noch frönen und das passt nun gar nicht zur Wisch-und Weg-Imagekampagne „Chemnitz ist weder grau noch braun“. Dabei ist es an einem Markttag mit Obst-und Gärtnerstäden von oben betrachtet doch einfach nur bunt und grau.


Dieselbe Begründung dürfte für die ewige Unbebauung des Contilochs gelten. Da war man sich ewig unsicher, wie beim Bau die U-Bahn umgangen werden könnte. Erst ein Umbau des Dresdner Platzes samt einer Rest-Wildfläche machte die Bebauung mit dem Technischen Rathaus möglich. Während normaler jeder kleine Spatenstich, auch der in den Sandkästen eines Kindergartens im benachbarten Lutherviertels publiziert wird, wurde den bedeutenden Grabungen der zweiten Fuswegstammstrecke zum jegliche öffentliche Nachricht verweigert. Denn oberstes Gebot: die Existenz der U-Bahn muss unter Verschluss bleiben.


Derweil die eingangs erwähnte Hannah B. glücklicherweise den sichtbaren Notausgang auf der Sonnenstraße fand und ihrer alleinerziehenden Mutter in der immer einspurigen Schlange im Ghetto-Netto-Einkauf aufgeregt davon erzählte, lauschten wir auf und begannen die Grabungen in unseren Erinnerungen.


„Auch du wirst entdecken, dass viele Wahrheiten, an die wir uns klammern, von unserem persönlichen Standpunkt abhängig sind.“ (Obi wan Kenobi, Star Wars).

Ein sehr betagter Herr berichtete uns eins von den geheimen Plänen und seinem Plattenbau über dem Notausgang. Er wusste auch von den Stationen, die wir nun zu rekonstruieren versuchen.

Gemutmaßte Streckenführung:
Sonnenstraßenkarree, mysteriöse Treppe von alten Mann gehört
Contiloch
Hauptbahnhof, die seltsame Zwischengeschossführung des Liftes zum WC und zu Gleis 14 weist ja irgendwie drauf hin.
Limbacher Str/Hartmannwerk-eingestürztes Haus“ Risse in der Wand, Loch in der Grundmauer: (Anwohner der Brückenbaustelle Hartmannstraße in Sicherheit gebracht, März 2010, Die Ursache, die zu den Gebäudeschäden führte, ist nach wie vor unklar.)
Kaßberggewölbe
Geheimer Tresor im Gunzenhauser, falls ihr es zur nächsten Museumsnacht mal hineinschafft, schaut euch genau um.
Endstation Industriemuseum
Mögliche Abzweigungen zum Bahnhof-Mitte oder in Richtung Tietz/Heutige Tiefgarage der Sparkasse denkbar

Wie wird es nun weitergehen. Auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit sind Millioneninvestitionen angekündigt. Nicht von dem Dauergünstling und Hoffreund aus Regensburg. Sondern von einem, und das ist so überraschend wie unglaublich clever, jüdisch-iranischen Konsortium. Deren Bedingung ist nun eine bessere Anbindung der Restaurants Shalom und Safran. Darauf wären selbst die größten Aluhüte nicht gekommen.

OREO und Cookies sind keine Essorten

Sommer ist die Zeit des Eises. Wer nichts davon versteht oder keine Alternativen hat, nimmt sich Stieleis von Langnese oder Nestle/Schöller oder lässt sich von Eisverkäufern welches aus dem Industriees-Behälter servieren. Wer es besser machen will oder das Eismacher-Handwerk schätzt, geht zur Eisdiele. Am besten die vom ausgewanderten Italiener. Denn wirklich gutes Speiseeis schmeckt besser als der Rest und hat dazu eine ganz spezielle Konsistenz. Die lässt sich leider auch nicht ganz toll konservieren, wesswegen Industrieeis aus Containern da nie ran kommt. Es geht um die kremigkeit und darum, möglichst wenig Kristalle noch drin zu haben. Dazu muss eine Emulsion gebildet werden. Durch Schlagen bzw. Rühren bei gleichzeitiger Kühlung der Grundmasse und der Lebensmittelzusatzstoffe entsteht eine Creme ohne Eiskristall­bildung. Die Struktur muss so fest sein, dass es auch bei angenehmer Kälte nicht gleich zerläuft – aber schmilzt. Als wesentliche Richtungen gibt es Sorbet, Milcheis, Eiercremeeis, Sahneeis, Fruchteis. Alle werden unterschiedlich zusammengesetzt und haben ihre eigenen Difiizilitäten und optimalen Temperaturen. Man sieht also: Es gehört eine geiwisse Kunstfertigkeit dazu, gutes Eis zu produzieren. Das darf auch respektiert werden: Geht daher häufiger mal zu eurem lokalen Eismanufakturisten, und nicht an die Gefriertruhe.

Mein Problem mit Sorten

Ich aktzeptiere OREO, Cookies und After-Eight nicht als Eissorte. Immer wieder jedoch kommt man bei Eisdielen (die es selbst machen) daran vorbei. Und jedes Mal denke ich mir – will ich nicht. Dennoch verkauft sich das Zeug recht gut.

Ich bin jedoch der Meinung, Speiseeis sollte aus guten und natürlichen Produkten erzeugt werden und nicht aus „nach dem Maul des Konsumenten“ designten Insdustrieprodukten mit zich E-Nummern in der Zutatenliste.

Hat denn ernstaft jemand geglaubt, dass Oreo aus Mehl oder der Inhalt aus Milch besteht? Tut es beides nicht. Billiger Kakao, Backtriebmittel und Pal- und Kokusmfett. Zucker nicht vergessen. Es ist also ein typisches synthetisches Produkt, denn aus den genannten Fetten, Zucker und E-Zeug kann man praktisch alles herstellen. Sowas will/kann man doch nicht zu einem hochwertigen Handwerksprodukt verarbeiten.

Bei Cookies sind die amerikanischen Zuckerhäufchen gemeint, die ein bisschen Mehl und Schokolade enthalten. Das mag noch „natürlich von Mutti“ sein und wunderbar das infantile Lecker-Gen triggern. Aber die Kekse selbst sind doch qua Rezept die reinsten Zuckerhäufchen und für mich nicht mehr mit dem Konzept „Keks“ vereinbar. Daher möchte ich sowas auch nicht als Speiseeis serviert bekommen.

Bei After-Eight und Snickers, Duplo oder Raffaelo-Eis gilt im Prinzip das geschriebene von gerade. Es sind halt nach dem Maul designte Chemie-Industrie-Produkte.

So jetzt wisst ihr, warum ich eher Sorbet, Fruchteis oder eine Milch/Joghurt-Komposition zu mir nehme. Auch Schokolade ist ein wunderbares Produkt/Speiseeis. Vor allem, wenn es gemischt is.

Die Werbung für US-Eis

Und dann nervt mich regelmäßig noch die Werbung von Ben & Jerry’s Eis. Auch Cookies. Und so bröselig wie kein anderes. Nein, Nein, Nein … genau das will ich nicht. Bleibt mir fern mit dem Industriekäkse. Schon mal überlegt, wie Kekse im Wasser knakick bleiben? Chemie. Und richtig gute Gaumenreißer sind es zudem. Also geht lieber mal zum Hersteller in Eurer Fußgängerzone. Der freut sich, wenn er auch mal eine ganze Tupperschale verkaufen darf und bleibt dadurch am Leben.

Weichmacher

Zuletzt muss ich mich noch über zu weiches Speiseeis aufregen, wie man es von gewissen Herstellern regelmäßig findet. Zugegeben: Ich kaufe auch mal in der Frost-Abteilung eines örtlichen Superhändlers ein. Vor allem Vanilleeis, denn ich mache mir gerne mal meinen eigenen Affogato. Nur: es gibt irgendwie immer weniger Speiseeis im Container, das Stichfest ist. Also welches, wo man richtig mit Kraft rauskratzen muss. Stattdessen findet man zu oft eine weiche Pampe, die bei Minusgraden schon zu zerlaufen beginnt. „Sooo sahnig wie noch nie – Zerlaufen Sie mit dem Eis“ .. so der Werbespruch. Das ist wohl der Grund dafür. Aber auch hier hat MAN wieder mal keine Ahnung, wie oder was ein korrektes Speiseeis ist/sein soll. Es soll eben nicht sooo sahnig und zerschmelzend sein, dass am Ende nur noch Soße da ist. Nein, es soll langsam schmelzen und frisch aus der Tiefkühltrue soll es richtig Mühe machen, eine Kugel daraus zu extrahieren.

Eise die nix taugen:
* alle außer
Eise die was taugen:
* REWE exzelenz
* Bruno GELATO