Geringes Gehalt macht abhängig und fleißig

Tja, vermutlich zitiere ich, nicht gewahr Karl Marx‘ Das Kapital, gerade ein Kapitel aus demselben. Aber seit Euch gewiss, dies habe ich mir soeben selbst ausgedacht / festgestellt

These

Meine These ist also die, dass Beschäftigte, die geringe Gehälter erhalten mehr arbeiten und weniger Alternativen haben.

Hohes Gehalt

Nehmen wir als Startbeispiel einen Angestellten mit einem hohen Gehalt. Dieser kann trotz seines Lebensstils 50% seines Nettoeinkommens auf die Hohe Kante legen. Damit müsste er theoretisch nur ein halbes Jahr arbeiten und kann das andere halbe Jahr machen was er will. Zum Beispiel kann er sich auch nach einem noch höher dotierten Job umsehen oder eine Firma Gründen und richtig Millionär werden. Oder auch nur hübsch 50% seines Einkommens in Aktien investieren und selber Kapitalsit werden und von den Dividenden leben. Er wird also unabhängiger vom Arbeitskapitalismus.

Geringes Gehalt

Sehen wir uns dagegen einen Arbeiter mit geringem Gehalt an. Er muss jeden Monat malochen und jede Überstunde Mitnehmen, um sich sein Leben leisten zu können. Er gibt rund 85% seines Nettoeinkommens jeden Monat aus. Es bleibt kaum was zum Sparen und für schlechte Zeiten. Wenn mal was passiert (Thema Waschmaschine kaputt), sind die Ersparnisse im Nu wieder weg. Dieser Arbeiter wird also, gerade ob seines eher höheren Arbeitspensums, kaum Zeit haben, sich nach Jobalternativenumzusehen. Eventuell müsste er auch einen Monat Gehalt überbrücken – unmöglich. Also ist er verdammt dazu weiterhin für seinen gering zahlenden Arbeitgeber zu arbeiten. In Aktien zu investieren, geschweige denn vom Kapital zu leben und somit teil des Kapitalismuszu werden ist nur in homöopathischenDosen möglich. Faktisch also nicht.

Dieser Arbeiter wird also versuchen möglichst noch Überstunden zu machen und alles zu tun, damit er seinen Job nicht verliert. Sich unabhängig machen durch Selbständigkeit wird ihm verunmöglicht, da er keine substantiellen Ersparnisse hat.

Resumé

Das ist, wie Kapitalismus und Arbeit als Ressource funktioniert. Man hält sich den kleinen Arbeiter kurz, damit er froh ist, überhaupt irgendwas zu haben. Wenn es dann noch günstiges Schweinefleisch zu kaufen gibt (qua Politik) und Fußball, ist er sogar ein bisschen glücklich.

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