So ist Indonesien – Hello Mister!

Ich versuche mich hier an einer Charakterisierung des Landes Indonesien, das so vielfältig ist, wie ein Kontinent. Gesehen habe ich gerade mal „3 Länder davon“ aber ich versuche es über einen Kamm zu scheren.

  • Hello Mister! – Das ist der Spruch für Indonesien. Wenn man irgendwo vorbeikommt. Jeder zweite ruft dir das hinterher. Vermutlich um ein Gespräch vom Zaun zu brechen und ein wenig Englich zu praktizieren. Auf dem Moped fahrend kann das durchaus mal zu blöderen Sitationen führen – Denn man sollte ja auch zurückgrüßen. Aber es nervt.
  • An allen Klimaanlagen hängt ein Duftsäckchen – wenn es Klimaanlagen gibt.
  • Toastbrot ist süß, gibt es auch in grün und Pfannenkuchen werden salzig, da Butter gesalzen.
  • Katzen haben von Sumatra über Java, Bali bis Lombok entweder gar keinen Schwanz oder einen verkürzten mit Knick. Vermutlich kommt so etwas durch starke Inzucht.
  • HOTEL Qualität ist mist…
    Aka die Qualität fällt schneller als der Preis.
  • Sachqualität i.a. und Ausführung schlecht. Details Details.
  • Sicherheitsvorschriften gibt es nicht und sie werden auch nicht eingehalten. Barfuß auf Eisenträgern und Leitern oder Flipflops am Bau bzw. als Dachdecker… alles normal.
  • Bali (Kuta) ist bautechnisch schon mal erheblich besser als der Rest des Landes. Es gibt auf jeden Fall mal sowas wie Stil. Auch die Essensqualität. Hygiene gibt mehr her. Toll ist es aber auch nicht.
  • In Bali sind scheinbar die hässichsten Menschen (meist Aussies) versammelt. Zumindest zieht es die „Ich bin fett und faul, fresse, saufe und rauche für mein Leben gern und fühl mich am Strand geil. Dinge anschauen is nix.“-Klientel hierher nach Kuta.
  • Frische Luft ist überall Mangelware – es stinkt eher nach Abgas, Müll, -verbrennung oder Kloaken.
  • Fotografieren mit (schönen?) westlichen Männern scheint ein nationales Hobby von jungen Mädels zu sein. *Schmeichel*
  • Bankautomaten verlangen kein extra Geld – das ist mal löblich.
  • Flügeltüren haben gerne mal „Push“ und „Pull“-Aufkleber drauf, gehen aber in 90% der Fälle beidseitig auf. Oder es steht sogar beiderseits der Türe das gleiche. Wenn also das nächste mal ein Pull zu sehen ist, einfach mal beherzt drücken, höchstwahrscheinlich kommt man hinein.
  • Müll wird gerne am Straßenrand, in Kanälen oder am Strand „entsorgt“. Immer mal wieder sammelt doch jemand Plastik, Styropor und Blätter zusammen und zündet alles an. Müllverbrennung ist ein ebenso großes Problem. Die Leute sind sich natürlich keineswegs bewusst, was sie da einatmen oder dem Boden zuführen…
  • An Tankstellen kann man hier SOLAR tanken. Das ist dann nicht etwa für Elektroautos, sondern ein Biodiesel-Verschnitt.
  • Tankstellen gibt es auch noch in der guten alten 1l-Wasserflasche-mit-Benzin-Gefüllt-Form.
  • Tanken ist ausgesprochen günstig. Ein Liter Benzin wechselt für 0,40€ (4500Rp) den Besitzer. Mit Sicherheit ist da subventioniert worden. Früher war Indonesien mal teil der OPEC. Nun sind sie Importeur und daher ausgetreten. Die Benzinpreise haben sie aber wohl gelassen.
  • Ebenso Golfstaatlerisch oder immer noch als Ölland verhält sich das Land. Fotovoltaik oder Solarwasser gibt es nicht. Es wird alles mit Strom gemacht.
  • Es gibt durchaus einige dieser chinesischen LED-Straßenlampen mit Akku+Solarzelle darauf. Nur ausgerichtet sind die alle wie Kraut und Rüben. Ist am Äquator aber wohl auch egal aber man hätte den Knick rausmachen können.
  • Man fährt links, die rechte Fahrspur (auch mal 2) wird schamlos und waghalsig mitbenutzt.
  • Für Mopeds gibt es extra Parkplätze (teils bezahlt) und Einfahrten etc.
  • Für teils miserable und meist einspurige Straßen wird Maut verlangt. Auch wird für den Eintritt in manche Regionen von Touristen Maut verlangt. Das sind die traurigen Auswüchse falschen Verständnisses von Tourismus.
  • Die Elektrik ist erstaunlich gut (Holländer) für Südostasien oder ein 3te-Welt-Land. Man hat sogar Schuko! Auch die Oberleitungen sind ordentlich (ggü. Thailand z.B.). In den Städten gibt es sogar unterirdische Leitungen als Massenphänomen – wow!
  • Elektrisch gibt es hier was neues: Stromzähler mit 10-er-Tastatur. Man kauft eine Guthabenkarte und schaltet die nächsten paar kWh frei. Kein Inkasso mehr möglich.
  • Wens interessiert… rund um Yogyakarta haben die Japaner den Strom gebaut (220V!). Dabei haben sie, anders als im Rest des Landes, eine einphasige Verlegetechnik verwendet. Im NV-Bereich sind es dann zwei gegenphasige Leiter und ein Neutralleiter. Die Mittelspannung erdet sich wohl mit Matten.
  • Abseits der Hauptstraßen ist die Straßenqualtiät manchmal unterirdisch. Eventuell irgenwie so halb asphaltierte Straßen haben „Schlaglöcher“ mehrerer Meter durchmesser und 30-40 cm tiefe und immer wieder Risse. Oder Steine ragen aus dem weggespülten Boden cm-weit heraus. Fahren geht da kaum.
  • In Orten gibt es auch regelmäßig offene Straßen oder Straßen mit fehlenden Streifen. Da das zu allen Moped-Abgasen noch mehr staubt, schütten die Ladenbesitzer der Straße regelmäßig Eimer von Wasser auf die Straße.
  • Die deutsche Investition in ein Tsunamiwarnsystm, welches als Entwicklungshilfe aufgebaut wurde, ist eine Fehlinvestition. Nicht nur, dass es durch Korruption und Unfähigkeit sowie Unwissen in Kürze kaputtgespielt sein wird. Nein – ob des Müllproblems wäre ein Tsunami, der die Inseln mal querspült das Beste, was dem Boden passieren kann.*

*Diese Bemerkung wurde geschrieben unter dem Einfluss einer Durchfallerkrankung – zugezogen in Indonesien.

Bilder: Indonesien Allgemein

… und natürlich die Einzelalben im Reisealbum.

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